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Mens, Gott und res extensa werden im Discours de la Methode nicht gleichermaßen Substanz genannt. Beyssade, p. 56f.:

c'est le mot être, substantivé, qui prend la relève (pour Dieu) de chose (pour les corps) et de substance (pour le moi). (...) La notion de substance, qui désigne une modalité de l'exister, n'est appliquée qu'a l'âme. Elle désigne une forme d'autosuffisance à l'interieur du monde.

Siehe AT VI 33,4; VII 40,12; 45,10. Zum Gebrauch in den Meditationen:

  • AT VII 45,7
  • AT VII 537,7
  • AT VII 165,30
  • AT VII 166,1
  • AT VII 168,7
  • AT VII 185,26

Das Verhältnis der Substanzen zueinander

Substanz ist also Korrelat der klaren und distinkten Idee: wie aber gibt es dann nur 2 bzw. 3 Substanzen? Es gibt doch mehr als 3 voneinander distinkte Ideen! (was denn ist die Substanz von Ideen wie '2+3', 'Gott', 'ego cogitans'?) Hier wohl noch ein stärkerer Begriff der Verschiedenheit qua vollständiger Abtrennbarkeit erforderlich:

Substanz a ist von Substanz b verschieden, wenn a ohne b gedacht werden kann.

(als nichtsymmetrische relation; Verschiedenheit unpassender Titel.)
Dann aber gilt: die res cogitans ist von der idee ihres Schöpfers nicht verschieden, die Idee der res extensa wiederum hat nicht in einleuchtender Weise bestand unabhängig von der der res cogitans. Jedenfalls ist res cogitans bzgl. Gott keine wirklich andere Substanz, und anscheinend ist auch die res extensa (1) dann nicht unabhängig von der res cogitans denkbar, wenn res cogitans als Voraussetzung für mathematische Geometrie überhaupt genommen wird, (2) jedoch abtrennbar, wenn die res cogitans eine Einzelseele ist.

2 Auswege: (a) res cogitans = Einzelseele oder (b) Verschiedenheit ist eine symmetrische Relation:

Substanz a ist von Substanz b verschieden, wenn a ohne b und b ohne a gedacht werden kann.

Dann ist Gott allerdings nicht einmal von der res cogitans verschieden (in dieser Richtung), obwohl er ja ohne sie denkbar ist: nämlich weil die res cogitans von Gott abhängt.Besser:

Substanz a ist von Substanz b verschieden, wenn a ohne b gedacht werden kann oder b ohne a.

Dann ist Gott verschieden von der res cogitans, die res extensa wiederum von beiden; andererseits die res extensa möglicherweise von der res cogitans abhängig (wegen dem Argument: wenn a ohne b gedacht werden kann, dann kann gedacht werden), und die res cogitans mit Sicherheit von Gott.

Mais Suarez hésitait presque autant que Descartes et maintenait lui aussi que la substance créée reste, finalement, indigente au moins de Dieu: "...essentia substantiae creatae tam est imperfecta, ut semper indigeat addimento alterius generis (...)... existentia naturae creatae talis est, ut sit essentialiter dependens a Deo ut ab efficiente (Marion, Suarez; Ref. Disp. Met. XXXIV s. 37 n. 14)

(Nachdem der Begriff der Verschiedenheit steht: wie ist Distinktheit als schwächere Bedingung zu formulieren? Hier auch auf das Latein achten.)

Ist Gott eine Substanz?

Welche charakteristische Eigenschaft hat er denn? Wer sagt so was überhaupt?
Cassirer, und vor allem: Descartes, zweite Widerlgungen AT VII 161.Unterscheidung zwischen cogitans creata / increata: AT VIII-1 25,2/26,1. Auch AT VII 45,12 und AT VII 185,25: independens.
Siehe AT IX, 2, 47.Argumentation dagegen: Augustinus, De Trinitate VII,5,10.
Siehe auch: Anselm, Monologion XXVII und XXXVI; sth Ia 29,3; Suarez, Disp. Met. XXXXII 1,6.


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