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Verantwortung setzt ein asymmetrisches
Verhältnis voraus zwischen dem Verantwortlichen und der Instanz,
vor der er sich zu verantworten hat.

Die christliche Tradition hatte Gott,
das geistliche Gesetz, zu einer solchen übermächtigen
Instanz erhoben.Lothar Schäfer deutet dazu in seinem Buch
über das
Bacon-Projekt die zeitgemäße
Alternative an.
Der Mensch hat Verantwortung vor einer
(hier nicht näher spezifizierten) Instanz, die ihn als
geschichtliches Wesen, als Akteur der Geschichte betrifft.
Das Gesetz Gottes
wird in dieser Formulierung durch ,die Geschichte` oder ,die Kultur`
abgelöst. Es ist die Übernahme von Verantwortung vor der
,Geschichte`, die die Form des Handelns geradezu
konstituiert.Weischedel fordert, da Verantworten eine Art
Antworten sei, die Sprachfähigkeit der Verantwortungsinstanz.

Damit kommen für ihn nur
Gott, andere Menschen, der Verantwortliche selbst oder der ideale
Partner eines Selbstgespräches (Grund-Ich) in
Frage. Festzuhalten ist wohl, dass die Instanz, vor der eine
Verantwortung möglich ist, in irgendeinem Sinne denkfähig
oder ,geistig` sein muss.
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