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Folgendes soll in der fünften Meditation geschehen:

  • natura corporea in genere sumpta axplicatur (AT VII 15,13-4),
  • novâ etiam ratione Dei existentia demonstratur (15,14-15),
  • Geometricarum demonstrationem certitudinem a cognitione Dei pendere (15,18-9).

In der dritten Meditation hatte Descartes die Idee der Ausdehnung aus der bloßen Idee der res cogitans abgeleitet. Das geschah mit folgender Argumentation:

... cùm nihil aliud sim quam res cogitans, formaliter non contineatur; sed quia sunt tantùm modi quidam substantiae, ego autem substantia, videntur in me contineri posse eminenter (AT VII 45,5-8)

Offenbar braucht die Idee der Ausgedehntheit nichts selbst ausgedehntes als ihre Ursache. Dazu reicht die Idee der res cogitans, da diese eminenter ausgedehnt ist. Das leigt daran, daß Ausgedehntheit eine Bestimmung ist, anhand derer das Denken beim Erkennen die Sinneseindrücke zusammendenkt (cogitare). Das Denken tritt an die Stelle der Ausgedehntheit (talium vicem supplere, AT VII 161,13).

Frage der fünften Meditation ist immer noch nicht, ob die Dinge der Außenwelt existieren, sondern

an aliquid certi de rebus materialibus haberi possit (63,10-1).

Mittel, um Sicherheit zu gewinnen, ist das Prinzip, daß alles klare und deutliche wahr sei,

omnia quae clare cognosco esse vera (65,6).

Damit folgt in einem weiteren Schritt, daß etwas in der Realität sich so und so verhält:

patet enim illus quod verum est esse aliquid (65,4-5).

Descartes bringt an dieser Stelle einen zweiten Gottesbeweis, der sich allerdings auf die beiden Prinzipien stützt. Er hat die Gültigkeit eines mathematischen Beweises (66,1), ist also insofern zirkulär, als ja die mathematische Sicherheit von der Erkenntnis Gottes abhängt (quandam sophismatis species refert, 66,3).
Es geht jetzt darum, klare von unklaren Gedanken über die materiellen Dinge zu sondern.

...videre quaenam ex iis sint distinctae, quaenam confusae (63,14-5).

Deutliche Ideen (distinctae) sind etwa:

  • quantitas,
  • rei quantae extensionem,
  • numero,
  • magnitudo,
  • figura,
  • situs,
  • motus,
  • duratio (63,16-21).

Deutliche Ideen sind offenbar angeboren, da Descartes davon spricht, wir erinnerten uns an sie:

non tamen videar aliquid novi addiscere, quàm eorum quae jam ante sciebam reminisci, (...) quae dudum quidem in me erant (64,2-3)

Allerdings liegen die deutlichen Ideen nicht einfach auf der Hand, sondern sie ergeben sich, indem unser Denken in seinem Vollzug an Notwendigkeiten ut nunc stößt. Einige deutliche Ideen sind nur dann deutlich, wenn sie denkend erforscht werden:

...alia verò nonnisi ab iis qui propriuìs inspiciunt deteguntur (68,24-6).

Descartes spricht nicht terminologisch verschieden von klaren bzw. deutlichen Ideen. AT VII 63 gebraucht er 'distincta', 65 im selben Zusammenhang von 'clare'.


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