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Hist Wb., art. Objekt: Objekt (griech. antikeimenon, hypokeimenon; lat. obiectum; dtsch Gegenwurff, Gegenworf, Vorwurf, Gegenstand; ...). (über den Begriff 'Gegenwurf' in der deutschen Mystik, siehe Valentin Weigel, Der güldne Griff (1616):) Wahrhaftes Erkennen vollzieht sich Tradition gemäß ohne die Affizierung durch ein äßeres Objekt. (...) In der Scholastik wird der Begriff 'Objekt' erst seit dem 13. Jh. offenbar gebraucht, und zwar zur Diskussion der Frage, welche Erkenntnisvermögen die von ihrem Körper losgelöste Seele noch habe. Dieser Sinn des Begriffs ist auch bei der Frage nach der Erkenntnisweise der 'anima separata' deutlich zu erkennen. Strittig ist, ob im Stande der Gnade die Objekte aller Sinne oder nur einiger erhalten bleiben oder nicht. Nach Bonaventura sind die Objekte gewisser Sinne absolute Proprietäten, die im glorifizierten Körper gefunden werden, wie z. B. die Farbe des Gesichtssinns und die Leichtigkeit des Tastsinns'. Die Objekte dieser beiden Sinne müsssen auch im Stand der Seeligkeit erhalten bleiben, weil der Auferstehungsleib mit Licht und Leichtigkeit ausgestattet ist. Dem entspricht ziemlich genau die
Einteilung in primäre und sekundäre Qualitäten, sofern
nicht auf der Verschiedenfarbigkeit als solcher, sondern auf der
Flaächigkeit das Augenmerk liegt. 'Man muß sagen, daß Objekt nicht Materie ist, aus der [etwas hervorgeht], sondern die Materie, um die [es geht]: ...' (sth IaIIae 18,2) Mit Bezug auf Albert, Super Dion. Div. Nom. c. 4, n. 12 (Opera Omnia 37/1, 121,20ff.): So hat das Objekt seine Bestimmtheit als solche von der Sache selbst, 'im intelligiblen Sein' ist sie aber erst durch das Licht des tätigen Intellekts. Vor diesem Hintergrund wird die These des Dietrich von Freiberg verständlich, die besagt, daß die erkannte Sache durch die Tätigkeit des Intellekts die Bestimmtheit des Objekts erhalte', während die Sinne und die Einbildungskraft diese Bestimmtheit in der Sache immer schon voraussetzen. Stichwort 'Objektivität': Heinrich von Gent und Matthaeus ab Aquasparta stehen etwa gleichzeitig am Anfang der langen Geschichte der Lehre vom objektiven Sein, wonach 'Objekt' schlicht das bedeutet, was durch den menschlichen Verstand erkannt werden kann. (...)Nach Matthaeus eingängiger Bestimmung ist eigentliches Objekt des Intellekts vielmehr die 'vom Intellekt begriffene Washeit selbst, insofern sie auf das ewige Urbild bezogen ist, das sich zum Intellekt in der Weise des bewegenden verhält'. (...) (spanische Scholastik:) ...hat F. Toletus die dreifache Bedeutung des Begriffs interpretiert. Als zugleich bewegendes und begrenzendes Objekt muß jenes verstanden werden, was (wie z. B. der gesehene Stein) dem Vermögen die Species seiner selbst eindrückt und zugleich auch erkannt wird. Das nur terminierende, aber nicht bewegende Objekt wird vom Vermögen zwar erfaßt, ohne daß dieses jedoch durch ein Bild von der Sache beeinflußt würde. Das nur bewegende Objekt schließlich wird durch das Vermögen nicht eigentlich erkannt. Objektive Realität:
Da Descartes Überlegungen über seine Ideen als gehaltvolle anstellen kann, weil er mit der Untersuchung der Objektseite seiner Ideen stets schon über die Spaltung zwischen Subjekt und Objekt hinaus denkt, können seine Ideen nicht aus ihm selbst stammen. |
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