Wilfrid Sellars, Science and Metaphysics. Variations on Kantian
Themes, Ridgview Publishing Company, Atascadero, California
[1967] 1992.
Kap. 4: The Conceptual and The Real: Truth
Recap
Auf pp. 91-98 resümiert Sellars das bisher Gesagte.
Er präzisiert dabei seine Theorie distributiv singulärer Terme
wie folgt:
The K is f <-> Ks are f (p. 94)
Vgl. p. 107. Das ist aber eine grobe Vereinfachung, denn generische Sätze
können auf verschiedene Weise verstanden und
gebraucht werden (Carlson / Pelletier, The Generic Book,
Chicago UP 1995, 78-83):
- Wenn es heißt, dass der Wolf in Polen so und so viele Lämmer
gerissen hat, dann ist von der Gesamtmenge der polnischen Wölfe die
Rede;
- wenn es aber heißt, dass die Wölfin vier bis acht Junge
wirft, ist von einer typischen oder durchschnittlichen Wölfin die
Rede.
- Wenn es heißt, dass die Wölfe gegen Norden größer werden,
geht es weder um die Gesamtpopulation noch um einzelne Wölfe,
sondern um einen Vergleich zwischen verschiedenen
Teilpopulationen.
- Manchmal reicht es auch, wenn etwas überhaupt
vorkommt, um es in generische Beschreibungen aufzunehmen. Es heißt
zum Beispiel, der Wolf
fresse auch seine Artgenossen; aber nicht deshalb, weil Wölfe das
oft tun, sondern nur deshalb, weil es im Vergleich zu anderen Tieren
bemerkenswert ist, dass sie überhaupt dazu in der Lage sind.
- Schließlich bringen generische Sätze über das, was
"man" tut, oft Empfehlungen und Anleitungen zum Ausdruck.
Wahrheit
- Kap. 1: "this such" nicht grundlegender als "this is such".
All semantischen Aussagen sind zurückführbar auf Aussagen
über die Wahrheit eines Ausdrucks.
... given the momentum of the argument,
That Socrates is wise obtains
must surely be 'reconstructed' as
The .Socrates is wise. is true
(p. 99)
Wahrheit ist hier dasselbe wie semantische Behauptbarkeit
("S-assertibility", p. 101).
Im Laufe der folgenden Erörterungen stellt Sellars folgende
Thesen auf:
- p. 104 (implizit): Exemplifikation ist keine Relation zwischen Universalia
und Einzeldingen; vgl. Strawson, Individuals.
- p. 110: Attribution ist keine Relation zwischen einem Ding und
einer Eigenschaft.
- p. 106: "all abstract entities are distributive objects"
(Gegenstände, die durch distributive singuläre Terme
bezeichnet werden)
-> Science and Metaphysics, Kap. 5.
-> Science and Metaphysics, Inhaltsverzeichnis.