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Wilfrid Sellars, Science and Metaphysics. Variations on Kantian Themes, Ridgview Publishing Company, Atascadero, California [1967] 1992.

Kap. 6: Appearances And Things In Themselves: Person

Sellars führt nun die mythische Erzählung aus Kap. 3 fort, die mit der Annahme einer Rylean community beginnt, in der alle Denkakte laut ausgesprochen werden.

In einem nächsten Schritt nimmt Sellars an, dass ein Mitglied dieser Gemeinschaft, Jones, folgende Hypothese entwickelt: die "thinking-out-louds" der Ryleaner stehen für ("stand for") innere Episoden, wobei gilt:

  1. Die inneren Episoden sind Analoga der Äußerungen,
  2. sie führen bei aufrichtiger Rede zu den ihnen entsprechenden thinking-out-louds,
  3. sie korrelieren mit denselben Tendenzen, weitere Äußerungen zu machen (und weitere innere Episoden zu erleben), mit denen auch die thinking-out-louds korrelieren,
  4. können also als dieselben inneren Episoden sowohl ausgesprochen als auch unausgesprochen vorkommen (p. 159).

Vgl. p. 87; wo bereits die inneren Episoden vorkommen, aber noch nicht Jones.

Sellars postuliert, dass "stands for" nur auf thinking-out-louds Anwendung findet, "represents" dagegen auch auf innere Episoden.

He [Jones] therefore gives an extended use to abstract singuular terms, according to which proper to say both of a mental act that it
represents that 2 plus 2 = 4,
(by virtue of being a <<2 plus 2 = 4>>)
and of a linguistic episode that it
stands for that 2 plus 2 = 4
(by virtue of it being a .2 plus 2 = 4), and similarly in the case of triangularity and other intensions. (p. 161)

- wobei "<<...>>" analog zu dot-quotes funktionieren.

On Jones' theory it is a conceptual truth that
utterances which stand for that 2 plus 2 = 4 express (in candid speech) mental acts which represent that 2 plus 2 = 4
(p. 162)

In einem weiteren Schritt geht Jones dazu über, linguistische und innere Episoden stets anhand der Ausdrücke "stands for" und "represents" zu klassifizieren.

Jones, therefore, transformed, for utilitarian reasons, his perspicuous distributive singular (meta-linguistic and meta-conceptual) terms into unperspicuous abstract singular term[s] and, by so doing, deprived 'stands for' and 'represents' of their perspicuous character as specialized forms of the copula. (p. 166)

Da Sätze wie "die innere Episode E repräsentiert X" aber im Grunde klassifikatorische Sätze sind, und da Repräsentationen in erster Linie repräsentierende Personen sind, kann man den Satz

Smith hat eine Idee, die ein Dreieck repräsentiert
immer interpretieren als
Smith denkt in Art und Weise D (wobei D das mentale Analogon zu Dreieck-Sein ist).

(ebenso wie man immer "Smith sagt 'Dreieck'" umformulieren kann als "Smith macht eine D-artige Äußerung".) Sellars Beispiel ist: "Smith sensed a red triangle" = "Smith of-a-red-triangle-sensed", p. 168. Die Bedeutung eines mentalen Aktes ist also im Grunde die Art, als deren Instanzen Vorkommen dieses Aktes klassifiziert werden können.

-> Science and Metaphysics, Kap. 7.

-> Science and Metaphysics, Inhaltsverzeichnis.


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